Versagensangst: Was du über die Angst zu versagen wissen solltest…

Versagensangst oder auch die Angst vor Ablehung.. Etwas womit ich selbst als Kind zu kämpfen hatte…Meine Mutter erzählte mir mal, dass ich früher, als noch ein Kindergartenkind war, immer zu ihr gesagt habe: „Frag‘ du mal…“, wenn es darum ging, mit anderen Kindern in den Kontakt zu kommen oder mich zum Spielen zu verabreden… (Das hat sich zum Glück inzwischen gelegt 😉 )

Aber was war das, was mich da so entmutigt hat? Vermutlich die Angst davor, eine Absage zu bekommen oder abgelehnt zu werden. Solche Ängste toben sehr vielseitig in uns – allerdings sind Ängste in der Gesellschaft auch immer noch ein großes Tabu-Thema. Ängste haben nur andere… „Sei doch nicht immer so ein Angsthase!“ hat die eine oder andere bestimmt des Öfteren gehört. Das hat natürlich Wunder gewirkt, oder?! Also, ich habe dann immer sofort unumwunden aufgehört damit, Angst zu haben! 😉  

Nein, im Ernst… So etwas lässt sich wohl kaum auf Zuruf abstellen! Gefühle lassen sich übrigens überhaupt nicht abstellen! Und das ist auch gut so! Reale Angst hat ihre Berechtigung. Sie möchte uns gerne etwas sagen: nämlich, dass Gefahr droht und wir uns möglichst um unsere Sicherheit bemühen sollten. Wenn eine giftspeiende Kobra vor dir sitzt, ist das auch mehr als sinnvoll. Versagensangst ist allerdings gar keine reelle Angst in dem Sinne. Unsere Gedanken spielen uns einen Streich. Verbunden, mit Leistungsdenken und dem Anspruch an Perfektion.

Versagensangst und Perfektion sind hausgemacht

Auch gestandene Frauen, Business-Frauen, Unternehmerinnen haben mit Versagensängsten zu kämpfen. In vielen Frauen, aber auch Männern lauert ständig die Angst zu versagen, „ES“ nicht richtig zu machen. „Sei perfekt!“ so lautet der innere Antreiber, den uns das kleine, fiese Männchen rechts oder links auf unserer Schulter ins Ohr flüstert.  Und der gibt manchmal so richtig Gas. Dabei ist „perfekt sein zu wollen“ so wahnsinnig anstrengend. Klar ist ja auch: es schafft auch niemand, perfekt zu sein. Und trotzdem und obwohl wir das wissen,  zieht es uns immer wieder dahin, zu dem Gedanken, alles richtig machen zu wollen. Wenn wir allerdings Perfektionismus anstreben, dann ist klar, dass der Gedanke versagt zu haben nicht weit entfernt ist.

Vor einiger Zeit kam eine Klientin zu mir, die sich nach vielen Jahren dazu mutig entschlossen hatte, ihr Leben auf neue Gleise zu stellen und beruflich noch einmal etwas ganz anderes zu beginnen. Alles hatte so gut angefangen. Sie war wild entschlossen mit knapp 40 Jahren nochmal ein Studium zu beginnen. Sie bekam sogar sofort einen Studienplatz und konnte ihr Glück kaum fassen. Nachdem Sie das erste Semester gut und gelassen hinter sich gebracht hatte, packte sie mitten im 2. Semester die Angst.

Versagensangst. Angst, die Prüfung nicht zu schaffen. Angst, das Studium wieder abbrechen zu müssen. Angst, dass alle anderen Schritte auch vergebens waren. Sie war am Boden zerstört und in Tränen aufgelöst, als sie hier zum Gespräch erschien. Was für eine Not und ein inneres Chaos, das sie in diesem Moment durchlebte. Es war ein übler Kreislauf: Die Angst lähmte sie beim Lernen und das erzeugte noch mehr Angst.

Die Angst vor der Angst

Die Angst vor der Angst schafft Lähmung und absolute Handlungsunfähigkeit. Ich weiß nicht, ob du das schon mal erlebt hast? Ich selbst hatte früher mit enormen Prüfungsängsten zu kämpfen. Meine 1. Ausbildungsprüfung und meine Führerscheinprüfung habe ich aufgrund von Versagensängsten gleich zweimal machen dürfen. Oder besser gesagt müssen. Allerdings war ich über die zweite Chance auch froh und dankbar. Wenn ich jedoch meine Prüfungsängste hätte besser händeln können, hätte mir das eine Menge Zeit erspart. Aber: hätte, hätte, Fahrradkette. Oder wie heißt es doch so schön. Das Leben hat eben keinen Rückwärtsgang. Also bin ich irgendwann das Thema Versagensängste angegangen. Das war nicht nur für mich hilfreich, sondern auch für meine Klientin, die eben im Falle ihrer Studien-Ängste davon profitieren könnte.

Wer einmal mit Versagensängsten zu kämpfen hatte, muss dieses Joch nicht sein Leben lang auf sich nehmen. Es gibt super Mittel und Wege, die Sache in den Griff zu bekommen. (z. B. Selbstempathie, PEP/Klopftechniken, Winktechniken etc.)

Die Angst zu versagen ist ein Grund, sich nicht entscheiden zu können

Übrigens Versagensängste sind auch einer der Gründe, warum Menschen sich so schwer tun, sich zu entscheiden. Kein Ja – kein Nein. Letztendlich greift auch da der Gedanke, „ich hab’s nicht richtig gemacht…“ wieder ein. Der Antreiber, etwas super gut und unbedingt richtig zu machen und die Erkenntnis, doch leider nicht perfekt sein zu können sind zusammen wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Eine Endlosschleife, aus der du, wenn du nicht daran zu Grunde gehen möchtest, unbedingt aussteigen solltest.

Wenn du den Austieg aus dieser „Falle“ planst und falls du dabei Unterstützung suchst, scheu dich nicht, mich zu kontaktieren. In diesem Fall kannst du gar nichts falsch machen 🙂 Du kannst auch gerne den Link zur kostenlosen Beratungssession nutzen! Ich freue mich drauf, dich kennenzulernen!

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