Versagensangst: Was du über die Angst zu versagen wissen solltest…

Versagensangst oder auch die Angst vor Ablehnung. Etwas womit ich selbst als Kind zu kämpfen hatte. Meine Mutter erzählte mir mal, dass ich früher, als ich noch ein Kindergartenkind war, immer zu ihr gesagt habe: „Frag‘ du mal…“, wenn es darum ging, mit anderen Kindern in den Kontakt zu kommen oder mich zum Spielen zu verabreden. (Das hat sich zum Glück inzwischen gelegt, allerdings ist Schüchternheit oder auch Introvertiertheit keine Seltenheit beim feinfühligen Menschen oder Menschen mit Hochsensibilität )

Aber was war das, was mich da so entmutigt hat? Vermutlich die Angst davor, eine Absage zu bekommen oder abgelehnt zu werden. Solche Ängste toben sehr vielseitig in uns – allerdings sind Ängste in der Gesellschaft auch immer noch ein großes Tabu-Thema. „Sei doch nicht immer so ein Angsthase!“ hat die eine oder andere bestimmt des Öfteren gehört. Meistens waren solche Aussprüche nur wenig hilfreich.

Angst lässt sich nicht einfach auf Zuruf abstellen. Gefühle lassen sich übrigens überhaupt nicht abstellen und das ist auch gut so. Reale Angst hat ihre Berechtigung. Sie möchte uns gerne etwas sagen: nämlich, dass Gefahr droht und wir uns möglichst um unsere Sicherheit bemühen sollten. Wenn eine giftspeiende Kobra vor dir sitzt, ist das auch mehr als sinnvoll. Versagensangst ist allerdings gar keine reelle Angst in dem Sinne. Unsere Gedanken spielen uns einen Streich. Verbunden, mit Leistungsdenken und dem Anspruch an Perfektion.

Versagensangst und Perfektion sind hausgemacht

Auch gestandene Frauen, Business-Frauen, Unternehmerinnen haben mit Versagensängsten zu kämpfen. In vielen Frauen, aber auch Männern lauert häufig die Angst zu versagen, „ES“ nicht richtig zu machen. „Sei perfekt!“ so lautet der innere Antreiber, den uns das kleine, fiese Männchen rechts oder links auf unserer Schulter ins Ohr flüstert.  Und der gibt manchmal so richtig Gas. Dabei ist „perfekt sein zu wollen“ so wahnsinnig anstrengend. Klar ist ja auch: es schafft auch niemand, perfekt zu sein. Und trotzdem und obwohl wir das wissen, zieht es uns immer wieder dahin, zu dem Gedanken, alles richtig machen zu wollen. Wenn wir allerdings Perfektionismus anstreben, dann ist klar, dass der Gedanke versagt zu haben nicht weit entfernt ist.

Vor einiger Zeit kam eine Klientin zu mir, die sich nach vielen Jahren dazu mutig entschlossen hatte, ihr Leben auf neue Gleise zu stellen und beruflich noch einmal etwas ganz anderes zu beginnen. Alles hatte so gut angefangen. Sie war wild entschlossen mit knapp 40 Jahren nochmal ein Studium zu beginnen. Sie bekam sogar sofort einen Studienplatz und konnte ihr Glück kaum fassen. Nachdem sie das erste Semester gut und gelassen hinter sich gebracht hatte, packte sie mitten im 2. Semester die Angst.

Versagensangst. Angst, die Prüfung nicht zu schaffen. Angst, das Studium wieder abbrechen zu müssen. Angst, dass alle anderen Schritte auch vergebens waren. Sie war am Boden zerstört und in Tränen aufgelöst, als sie zu mir ins Gespräch kam. Was für eine Not und ein inneres Chaos, das sie in diesem Moment durchlebte. Es war ein übler Kreislauf: Die Angst lähmte sie beim Lernen und das erzeugte noch mehr Angst.

Die Angst vor der Angst

Die Angst vor der Angst schafft Lähmung und absolute Handlungsunfähigkeit. Ich weiß nicht, ob du das schon mal erlebt hast? Ich selbst hatte früher mit enormen Prüfungsängsten zu kämpfen. Meine 1. Ausbildungsprüfung und meine Führerscheinprüfung habe ich aufgrund von Versagensängsten gleich zweimal machen dürfen. Oder besser gesagt müssen. Allerdings war ich über die zweite Chance auch froh und dankbar. Wenn ich jedoch meine Prüfungsängste hätte besser händeln können, hätte mir das eine Menge Zeit erspart. Wie heißt es doch so schön: Das Leben hat keinen Rückwärtsgang. Also bin ich irgendwann das Thema Versagensängste angegangen. Das war nicht nur für mich hilfreich, sondern auch für meine Klientin, die eben im Falle ihrer Studien-Ängste davon profitieren könnte.

Wer einmal mit Versagensängsten zu kämpfen hatte, muss dieses Joch nicht sein Leben lang auf sich nehmen. Es gibt super Mittel und Wege, die Sache in den Griff zu bekommen. In meinem aktuellen Mentoring-Programm spielt auch das Loslassen von Ängsten und anderen starken Emotionen immer wieder eine große Rolle. Wenn du möchtest, sprich mich auch gerne persönlich an. Du kannst, wenn du magst, dazu das kostenlose Klarheitsgespräch nutzen.

Alles Liebe für dich! Herzlichst, Claudia