Machst du Pausen?

Früher habe ich oft vergessen während des Tages mal eine Pause zu machen. Oder besser gesagt: ich habe gar nicht bemerkt, dass ich überhaupt eine Pause brauche. Ich habe so manche ureigenen Grundbedürfnisse nicht bemerkt: Dass mein Körper mehr Wasser trinken möchte, dass ich Ruhezeiten brauche, dass ich mehr Schlaf brauche, (dass ich mehr Schlaf brauche, als viele andere) dass ich Zeit für mich brauche, (dass ich mehr Zeit für mich selbst brauche, als andere für sich…),  dass ich mal aufs stille Örtchen muss… 😉 Whatever.

Oft habe ich meine grundlegendsten Bedürfnisse nicht bemerkt oder schnell weggedrückt, weil „dafür gerade keine Zeit“ war oder „das noch warten muss“ oder ich habe es eben vor lauter Umtriebigkeit und Geschäftigkeit gar nicht bemerkt. Kennst du das auch? Die Frage, die sich mir dann allerdings gestellt hat (als ich darüber Bewusstheit hatte, dass es so ist): Wenn ich schon meine wichtigsten Grundbedürfnisse nicht wirklich wahrgenommen habe, wie kann es dann sein, dass ich mich insgesamt gut um mich und meine Bedürfnisse, also um meine „echten Lebensqualitäten“ kümmere?

Das Ganze hat mehrere Aspekte:

  • Sich selbst ernst nehmen und wahrnehmen.

Wenn wir uns selbst ernst nehmen und wahrnehmen, entwickeln wir wieder ein Gespür für uns. Wir erkennen, was wir in jedem Moment brauchen und was wir kurz- oder langfristig wollen bzw. was uns wirklich wichtig ist. Selbstwahrnehmung bedeutet, die Aufmerksamkeit weniger im Außen und bei den Problemen verweilen zu lassen, sondern mehr ins Hier und Jetzt zu kommen und die Wahrnehmung wieder mehr auf sich selbst zu richtigen. Wer mit der Aufmerksamkeit bei sich ist, weiß leichter, was er braucht und was ihm wichtig ist.

  • Sich die eigenen Bedürfnisse erlauben

Viele von uns haben gelernt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Sie achten sich selbst nicht und sind mit ihrem Fokus nur bei ihrem Umfeld. Die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen galt früher als sehr egoistisch. Aber auch heute noch ist eine gesunde Selbstfürsorge für viele von uns mit einem schlechten Gewissen verbunden. Ich glaube: nur wer gut für sich selbst sorgt, kann langfristig überhaupt erst in einer gesunden Art und Weise für andere Menschen da sein!

  • Selbstverantwortlich für die eigenen Bedürfnisse einstehen.

Natürlich wissen wir vom Kopf her, dass wir selbst für die Erfüllung unserer Bedürfnisse verantwortlich sind. Niemand trinkt das Wasserglas für uns leer oder geht für uns aufs WC. Und dennoch schieben wir die Verantwortung ab: „Ich hatte ja keine Zeit!“ Oder: „Ich habe so viel um die Ohren, da schaffe ich das einfach nicht!“ Genau genommen schieben wir an dieser Stelle die Verantwortung ab und machen uns zum Opfer unserer Umstände. Niemand anders als wir selbst ist dafür verantwortlich, Zeiten zu schaffen, um diese für die Erfüllung unserer Bedürfnisse und Lebensqualitäten zur Verfügung zu haben. Und niemand außer uns selbst, wird diese Zeiten für uns freimachen. Es ist eine Frage unseres inneren Mindsets, unserer Gedankenwelt, die uns sagt, dass das nicht möglich sei und nicht machbar. Genau hier können wir dann wieder mit der Selbstwahrnehmung ansetzen. Nicht verdrängen, sondern mutig wahrnehmen, was uns unsere Gedanken für Geschichten erzählen wollen und worauf wir bei diesem Storytelling so alles hereinfallen.

Am Ende das Tages sind wir jedenfalls auch dafür selbstverantwortlich, wie wir unser Leben gestalten, wie wir uns fühlen und ob wir ein glückliches und erfülltes Leben führen.

Also fang doch erst einmal klein an: Atme tief ein und aus und frage dich: Was brauche ich jetzt wirklich?

P.S.: Falls du ein paar im Impulse für eine Auszeit benötigst: Unter dem Motto „Ten minutes a day“ gibt es regelmäßig kurze 10-Minuten-Trainings zum Mitmachen live in meiner Facebook-Gruppe „Sag JA zu dir selbst und lebe glücklich!“